Dienstag, 21. März 2017

{Rezension} Forbidden Touch - Sieben Sekunden

Autorin:  Kerstin Ruhkieck


Inhalt


Kannst du dir vorstellen, in einer Gesellschaft zu leben, in der jede Berührung ganz klar geregelt, häufig sogar verboten ist? Nach dem Untergang der Welt, wie wir sie kennen, wird aus dem ehemaligen Europa das wieder aufgebaute AurA Eupa, das seinen Bewohnern ein Leben in Frieden, Harmonie und Sicherheit verspricht. Dafür sorgt der Verhaltenskodex. Mithilfe der strikten Trennung der Menschen in 3 ihrer Schönheit entsprechenden Ligen wird Neid und Missgunst von vornerein verhindert, da Jeder sich nur unter Seinesgleichen aufhält. Der körperliche Kontakt zwischen den Ligen ist verboten, eine Berührung innerhalb derselben Liga darf nicht länger als 7 Sekunden anhalten. Denn 7 Sekunden, das ist die Zeit, die eine Berührung dauern muss um Vertrauen aufzubauen, Geborgenheit zu spenden, und somit Gefühle zu entwickeln.

Meine Meinung


Hätte ich nicht zufällig einen Lesetipp für dieses Buch bekommen, so wäre es mir wohl nie in die Hände gefallen! Bin ich froh, dass dem nicht so war! Nach dem letzten Pageturner - „Perfect“ - konnte es eigentlich nur wieder bergab gehen – dachte ich! Was habe ich mich geirrt.. Ich habe „Forbidden Touch“ von der ersten bis zur letzten Seite verschlungen und zwinge mich jetzt, am Anfang des 2. Bandes, kurz innezuhalten, um überhaupt dazu zu kommen eine Rezension über den 1. Band zu verfassen :D Nachdem ich gedanklich noch völlig davon vereinnahmt war, dass ein Mensch innerhalb der Gesellschaft perfekt sein muss und sich keine Fehler erlauben darf, so finde ich die Vorstellung verbotener und zeitlich klar geregelter Berührungen mindestens ebenso faszinierend! Wie schnell vergisst man, wie wichtig Berührungen und körperliche Nähe sind, wenn man sie jederzeit ganz nebenbei und selbstverständlich erfährt. Doch was, wenn dem nicht mehr so wäre? Wenn sie zeitlich limitiert oder sogar verboten sind? Was macht das aus einem Menschen? Mitten im Leben, umgeben von Anderen, frei.. - und doch einsam, gefangen im eigenen Körper.. Abwechselnd aus Sicht der zwei unglaublich authentischen Protagonisten, taucht man immer weiter ein in diese Welt und erhält mehr und mehr Vorstellungen davon, wie es sich anfühlt, in ihr zu leben. Was soll ich sagen.. Lesen, lesen, lesen!!


Fazit


„Forbidden Touch“ berührt und weckt eine unerträgliche Berührungs-Deprivation zugleich.. Faszinierend, quälend, feingeistig..



Dienstag, 14. März 2017

{Rezension} Perfect

Autorin:  Cecelia Ahern


Inhalt


Nachdem Celestine gerade so ihre unrechtmäßige Brandmarkung als Fehlerhafte und damit ihr neues Leben am Rande der Gesellschaft verdaut hat, muss sie fliehen, um zu überleben, denn Richter der Gilde, Crevan ist noch nicht fertig mit ihr. Sie versteht nach wie vor nicht, wie ihr Leben sich so rasant ändern konnte und versucht, verängstigt, aber immer wütender, einfach irgendwie weiter zu leben. Erst nach und nach dringt ihre Rolle als Gallionsfigur bei einer eventuellen gesellschaftlichen Wende zu ihr durch, aber sie weiß nicht, wie sie dieser gerecht werden soll. Ist ihre Welt noch zu retten?

Meine Meinung


Genauso wie den ersten Band habe ich nun auch „Perfect“ in einem Zug verschlungen! Ich bin froh, dass sich Ahern nicht dazu hat hinreißen lassen, eine Trilogie zu schreiben, nur weil dies einfach Trend zu sein scheint, sondern stattdessen 2 Bände verfasst hat, die dafür von der ersten bis zur letzten Seite ausgefüllt sind! Kein einziges Wort dient als Lückenfüller, kein Kapitel „nur“ als Brücke vom Anfang zum Ende. Es bleibt spannend, emotional und schlichtweg überwältigend. Endlich mal eine Dystopie, die hält, was sie verspricht, die mich nicht ratlos und enttäuscht zurücklässt. Jede Handlung, jede Gefühlsregung jedes einzelnen Charakters sind glaubwürdig, authentisch und nachvollziehbar – und trotzdem tut dies der Spannung keinen Abbruch, denn auch ohne Verfälschungen der Charaktere gelingt es der Autorin unvorhergesehene Wendungen und packende Überraschungsmomente zu schaffen! Eine ganz klar Leseempfehlung für alle Dystopie-Liebhaber, ich hoffe, noch mehr von Ahern in diesem Genre lesen zu dürfen..

Fazit


Normalerweise macht mich der Hype um bestimmte Neuerscheinungen eher skeptisch, denn meiner Meinung nach ist er häufig unbegründet. Doch Cecelia Aherns dystopischer Zweiteiler schlägt ein wie eine Bombe! Ich habe jedes einzelne Wort geliebt, mich darin verloren, es von der ersten bis zur letzten Seite in mir aufgesaugt und verlange nach mehr. 😍 Unbedingt lesen!



Sonntag, 12. März 2017

{Rezension} Flawed

Autorin:  Cecelia Ahern


Inhalt


Die 17-Jährige Celestine wächst in einer perfekten Gesellschaft auf, in der Fehler nicht toleriert werden und fehlerhafte Menschen als solche markiert und ausgegrenzt werden. Sie selbst steht voller Überzeugung hinter diesem System, denn es führt dazu, dass sie in Sicherheit und Wohlstand und leben kann, umgeben von Menschen, die nach dem höchsten Ideal streben und moralisch makellos sind. Sie selbst ist ein mustergültiges Beispiel dafür, dass das System funktioniert und sie liebt ihr perfektes Leben, ihren perfekten Freund, ihre perfekte Familie. Ihre berufliche und private Zukunft liegt grenzenlos und voller Möglichkeiten vor ihr. Doch dann handelt sie eines Tages ganz uneigennützig aus Mitgefühl, nach höchsten moralischen Idealen und wird dafür bis aufs Äußerste zur Rechenschaft gezogen - ihr perfektes Weltbild bekommt Risse. Wie kann es sein, dass ihr Mitgefühl und ihr moralisches Bestreben verurteilt werden? Wie kann es sein, dass, was der Logik und dem Gefühl nach richtig ist, falsch sein soll? Von einem Moment auf den anderen fällt sie aus ihrer Seifenblase und kämpft ums Leben und die Menschlichkeit.

Meine Meinung


Ich habe mich schon lange auf dieses Buch gefreut, denn die Autorin Cecelia Ahern hat mich bereits vor vielen Jahren mit „P.S: Ich liebe dich“ tief berührt und ich habe mich in ihren einfühlsamen Schreibstil verliebt. Da ich aber grundsätzlich keine leidenschaftliche Liebesroman-Leserin bin, blieb es bisher dennoch bei diesem einen Werk von ihr. Als ich hörte, dass sie nun etwas in einem meiner Lieblings-Genres Dystopien schreibt konnte ich es kaum erwarten! Eine Dystopie kombiniert mit Aherns Gespür für die ganz großen Gefühle, für Echtheit, für sanfte Berührungen im Geiste.. das schürte unendliche Erwartungen! Nachdem ich den ersten Band des Zweiteilers, „Flawed“ in einem Tag verschlungen habe kann ich voller Euphorie und aus tiefstem Herzen sagen: Meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt! Sie hat das Thema einer unterdrückenden Gesellschaft, die keine Nonkonformität duldet auf ein völlig neues Level gehoben! Auch in ihrem Gesellschaftsentwurf darf sich niemand einen Fehler erlauben, doch die Maschen sind viel enger gezogen als gewöhnlich und „Fehler“ ist so allumfassend und teils willkürlich von der machthabenden Gilde definiert, dass es unmöglich scheint „richtig“ zu sein und zu handeln. Was mir außerdem sehr gut gefällt ist, dass Celestine, die Protagonistin, keine typische Heldin ist. Sie gliedert sich ohne zu hinterfragen ein, ist naiv - statt rebellisch, misstrauisch, oder mutig. Sie will einfach nur dazugehören, nicht auffallen, alles richtig machen. Ohne ihren Charakter unglaubhaft zu verfälschen, gerät sie mit diesem verzweifelten Willen, perfekt zu sein und sich nie einen Fehler zu erlauben, in eine unerträgliche, aussichtslose Situation, in der sie eine Kämpferin sein soll, die sie doch eigentlich nicht ist und nicht sein will. Und auch in dieser Situation ist sie weiterhin ganz sie selbst, macht nur ganz langsam in einem schmerzhaften Prozess minimale Veränderungen mit, so dass es für den Leser absolut nachvollziehbar bleibt und man immer mehr in sie, in ihr Herz und ihren Kopf eintaucht und mitgerissen wird mit den turbulenten, verstörenden und tief berührenden Geschehnissen.. schlichtweg überwältigend!

Fazit


Ich kann mich gar nicht erinnern, an welcher Stelle des Buches ich in „Flawed“ hineingesogen wurde, so schnell ging es! Unbeschreiblich. Entsetzlich. Verstörend. Aufrüttelnd. Bewegend. Atemberaubend. Brillant. Tief berührend.



Montag, 6. März 2017

{Rezension} Endgame - die Entscheidung

Autor:  James Frey


Inhalt 


Erd- und Himmelsschlüssel sind - trotz allen Bemühungen vereinzelter Spieler Endgame zu stoppen – vereint, das Ereignis hinterlässt erste Spuren auf der Erde und das Beenden des Spieles um das Überleben der Menschheit ist zum Greifen nahe! Die Jagd auf den Sonnenschlüssel beginnt.. Können die Pläne der Schöpfer an dieser Stelle überhaupt noch durchkreuzt werden oder werden vorher alle drei Schlüssel vereint? Und was geschieht dann?

Meine Meinung 


In meiner Rezension zum vorherigen Band habe ich geschrieben, dass es sich manchmal wie eine „Überleitung vom Anfang mit Knalleffekt zum imposanten Finale“ gelesen hat - diese Formulierung muss ich an dieser Stelle wieder zurücknehmen. Denn das erwartete imposante Finale blieb leider aus. Nachdem ich voller gespannter Erwartung den letzten Band fast in einem Stück durchgelesen habe, um endlich Antworten auf all meine Fragen zu erhalten, blieb ich fassungslos und enttäuscht zurück. Ich weiß gar nicht, wo ich mit der Begründung dazu anfangen soll. Die Charaktere schienen sich von mir zu entfernen, die Handlung entwickelte sich zu schnell und zu flach – und das nachdem zu Anfang alles so langsam, detailgetreu und glaubhaft aufgebaut worden war – viele Fragen blieben offen, die gegebene Antworten sowie die inhaltliche Entwicklung im Allgemeinen waren nicht immer nachvollziehbar. Es erschien mir, als haben sich die Ideen erschöpft und irgendwie müsse das Werk nun halt zu Ende gebracht werden. Dabei ergaben sich vermeintlich wahllose letzte Bündnisse, letzte Tote, letzte Charakterentwicklungen und letzte Handlungsstränge.


Fazit 


Alles in allem erweckt die Endgame-Trilogie den Eindruck, als sei dem Autor nach einem phänomenalen Einstieg mit wahnsinnig toller bildhafter Vorstellungskraft nach und nach die Puste ausgegangen. Sehr schade, ich habe Band 1 verschlungen und mich sehr darauf gefreut, immer weiter in die von Frey entworfene Welt einzutauchen, stattdessen habe ich mich immer weiter von ihr entfernt. Dafür gibt es 2 von 5 Federn von mir.


Sonntag, 5. März 2017

{Rezension} Endgame - die Hoffnung

Autor:  James Frey


Inhalt 


Der Erdschlüssel wurde gefunden und das unvermeidbare „Ereignis“ ausgelöst. Einige Spieler mussten dabei ihr Leben lassen und noch viel mehr Tod und Zerstörung werden folgen. Doch so langsam kommen bei Einigen Zweifel auf, ob sie das Spiel um so viele Menschenleben wirklich spielen müssen und sollten oder ob es einen Weg gibt, das alles zu umgehen. Wofür spielst du? Für das Leben oder den Tod?

Meine Meinung 


Gleich zu Anfang erfährt man, worum es sich beim Himmelsschlüssel handelt und ist schockiert! Wie werden die einzelnen Spieler damit umgehen, was wird geschehen? Man hat im ersten Band gelernt, dass alles möglich ist. Die bekannten Muster, nach denen die meisten Werke vorgehen, sind auf „Endgame“ einfach nicht anwendbar. „Dies ist doch einer der Hauptcharaktere, der wird sicher nicht sterben“ funktioniert genau so wenig wie „Das wird ein Mensch mit Gefühlen, ein Mensch der liebt, sowieso nicht tun“. Denn wer ist die Hauptfigur? Es gibt 12 Spieler für 12 Geschlechter der Menschheit und jeder wird einem immer wieder näher gebracht. Und was genau geht in den einzelnen Personen wirklich vor? Selbst wenn man meint zu wissen, was in ihnen vorgeht, so kann sich dies jeden Moment wieder ändern. Durch diese Unvorhersehbarkeit bleibt die Spannung eigentlich jederzeit aufrechterhalten. Trotzdem hatte ich zwischendurch das Gefühl, abzudriften und den Faden zu verlieren, da manche Teile der Handlung mir zu detailliert und langatmig vorkamen. Das mag Geschmackssache sein, aber genau darum geht es ja auch in einer Rezension ;)


Fazit 


Der 2. Teil der Weltuntergangs-Szenario-Trilogie von Frey überzeugt einerseits wieder durch die jederzeit aufrechterhaltene Spannung aufgrund der Unvorhersehbarkeit bezüglich jedes Charakters und Ereignisses, die sich durch die gesamte Reihe zieht. Andererseits aber hatte ich - wie so oft bei den mittleren Teilen einer Trilogie - das Gefühl, einer etwas zu lang geratenen Überleitung vom Anfang mit Knalleffekt zum imposanten Finale gegenüber zu stehen. Darum vergebe ich 3 von 5 Federn.


Montag, 13. Februar 2017

{Rezension} Endgame - die Auserwählten

Autor:  James Frey


Inhalt 


Endgame, das Spiel um Leben und Tod, das Ende der Welt, hat begonnen und die Menschheit ist ahnungslos. Bis auf die 12 auserwählten Spieler, die mit dem Einschlagen der 12 Meteoriten auf der Erde um das Fortbestehen ihres eigenen Geschlechts spielen müssen, worauf sie seit Generationen vorbereitet wurden. Doch wie lauten die genauen Spielregeln und wer ist der Spielführer? Wie kann man um das Leben spielen, indem man den Tod bringt?

Meine Meinung 


Zu Anfang ist man „Endgame“ hilflos ausgeliefert, kann kaum erfassen, wo auf der Welt man sich gerade befindet, um wen oder was es geht und ohne mehrmaliges Nachblättern gelingt es nur schwer, die Handlungsstränge zu einem Bild zusammenzufügen. Dies beeinträchtigt aber in keinster Weise die Faszination und Spannung, was meiner Meinung eine Meisterleistung ist! Und ehe man sichs versieht hat das Spiel bereits begonnen.. Es ist brutal, unvorhersehbar, emotional, mitreißend. 12 Spieler, 12 unterschiedliche Erzählperspektiven, 12 völlig unterschiedliche Charaktere, die man nach und nach näher kennen und lieben oder hassen lernt. Mit der Zeit versucht man, niemanden zu nahe an sich heranzulassen, weil man schmerzhaft lernen musste, dass man, wen man liebgewonnen hat, auch bald wieder verlieren kann. Diese unbedingt erforderliche Gleichgültigkeit wird einem aber mit der Art und Weise, wie Frey einem jeden Einzelnen behutsam näher bringt und Einblicke in all ihre Gefühlswelten gibt, sehr schwer gemacht. Nichts ist sicher außer dass gespielt wird – oder..?

Fazit 


Dadurch, dass ich „Endgame“ im Anschluss an „Die 5. Welle“ gelesen habe, war ich nicht mehr ganz so leicht zu schockieren und hatte außerdem noch mein Bild über das Ende der Welt und außerirdisches Leben im Kopf, welches ich zu Anfang nur widerwillig aufgeben wollte. Dies hat wahrscheinlich auch dazu geführt, dass mich Freys Werk nicht so unvorbereitet und mit einem großen Knall getroffen hat, wie zuvor Yanceys. Dennoch ist es ein einmalig fesselndes, emotionales – und ebenso grausames – Werk. Es fällt mir schwer, neutral zu sein und „Endgame“ herausgelöst, von meinen vorherigen Erfahrungen zu sehen und nicht den direkten Vergleich anzustellen – darum werde ich das auch nicht tun. Hätte ich es vorher gelesen hätte ich eventuell 5 Federn vergeben, so aber verdient es sich stolze 4 Federn!


Sonntag, 8. Januar 2017

{Rezension} Der letzte Stern

Autor:  Rick Yancey


Inhalt 


Noch 4 Tage bis die Welt endet. Und noch immer wissen Cassie und die anderen Überlebenden, die sich mit ihr ins Nirgendwo geflüchtet haben, nicht genau, was oder wer der Feind wirklich ist, was seine Motive sind und wie sie das Fortbestehen der Menschheit garantieren können. Nach und nach ist ihre Lage immer aussichtsloser, die Gruppe droht auseinander zu brechen.. Wieviele Menschen bist du bereit für die Liebe zu opfern? Wo beginnt und endet die Menschlichkeit? Und was bist du bereit für die Menschheit zu geben?

Meine Meinung 


Mit einem verlorenen und bedrückten Gefühl habe ich Band 2 beendet um endlich zum erlösenden Abschluss zu kommen. Doch dieser musste lange auf sich warten! Die Aussichtslosigkeit und so unglaublich plastisch dargestellte Grausamkeit, die nach der anfänglichen schockierten Fassungslosigkeit in noch schmerzlichere Resignation endet machte mir schwer zu schaffen! Die Hoffnung auf ein Überleben der Menschheit – und vor allem der Menschlichkeit – stirbt langsam und qualvoll und man möchte einfach wissen „wieso“?? Nach der hundertsten blutigen Leiche verliert der Einzelne an Bedeutung, unser Körper ist schwach und wehrlos und wir nur eine Eintagsfliege in der Ewigkeit des Universums. Liebe und Vertrauen werden bis zum Zerreißen missbraucht und auch unsere Seele wird somit in all ihrer Unzulänglichkeit entblößt, der Glaube an sich gebrochen. Hat man sich zu Anfang noch erhofft, aus all dem Grauen einfach eine Lektion ziehen zu können, eine Wendung zu erfahren und erleichtert aufatmen zu können, so hat man diese Hoffnung mit allem anderen nun längst begraben; beobachtet, abgestumpft, leer. Das Ende kommt unverhofft, nicht erlösend, nicht alles erklärend, schrecklich schön.. Ist es gut oder schlecht? Diese Worte haben an Bedeutung verloren, beurteilt selbst.

Fazit 


Es ist schon lange her, dass mich ein Buch zunächst mit solchen grenzwertigen, kaum zu ertragenden, Gefühlen erfüllt und mich dann anschließend geleert hat – wenn nicht sogar das erste Mal. Ich kann nicht sagen, ob mir die Entwicklungen innerhalb der Handlung gefallen haben oder wie ich das Ende erlebt habe, oder wie schlüssig ich Yanceys Werk insgesamt empfunden habe. Das ist aber auch nicht wichtig, denn ich wurde emotional zutiefst aufgewühlt, in den Grundfesten meines Mensch-Seins erschüttert und das ist es was Lesen für mich bedeutet. Was außergewöhnliches Schreiben bedeutet. Diese meisterhafte Trilogie wird noch lange nachhallen und auf ewig in mir weiterleben.