Samstag, 22. Februar 2020

{Rezension} Outlander 4 - Der Ruf der Trommel

Autorin:  Diana Gabaldon


Inhalt 


Jamie und Claire sind wiedervereint und haben entgegen aller Widrigkeiten überlebt, angespült an das Ufer der Neuen Welt – Amerika. Wie wird es ihnen dort ergehen, mittellos, ohne private oder berufliche Verbindungen? Und wie ergeht es ihrer Tochter Brianna, die sie so schmerzlich vermisst; zurückgelassen in der Vergangenheit? Konnte sie den Verlust aller Elternteile verarbeiten und in ihrem neuen Leben Fuß fassen?

Meine Meinung 


Das letzte Buch, dessen Inhalt mir bereits durch das Sehen der Serie vertraut ist und ich bin positiv aufgeregt und nervös zugleich. Bisher war es zwar spannend, aber ich hatte keine Todesangst, denn ich wusste ja, wie es ausgeht, wer überlebt und wer stirbt, wer sich findet oder aus den Augen verliert, wer liebt oder welche Liebe keinen Bestand hat.. das letzte Buch also, welches ein sanfter Zeitvertreib ist und dessen Spannung durch mein Wissen abgeflacht ist. Ich bin immer mehr beeindruckt, wie nah sich die Serie an der Buchvorlage orientiert und bin sehr froh darüber, denn das Buch ist genau so, wie es ist, perfekt, in sich stimmig und es braucht all diese feinen Details, damit jeder der Protagonisten da steht, wo er steht. Damit das Realistische eben mal nicht hollywoodreif ins Kitschige verdreht wird. Damit Schmerzen nicht beschönigt, Grausamkeit nicht verschleiert wird, aber ebenso auch die Liebe nicht abgeflacht und geschmälert wird. Das einzige was mir nun langsam wirklich fehlt ist die Wildheit und Schönheit Schottlands in die ich mich bereits zu Beginn der Reihe so unsterblich verliebt habe..

Nun aber zum eigentlichen Inhalt und den Entwicklungen des Buches selbst: Nach den umtriebigen Vorgängern in immer neuen Zeiten und Kulissen verhält sich dieses Buch vergleichsweise geradlinig und nahezu ereignislos. Was viele Leser gestört hat, macht mir allerdings gar nichts aus, denn ich finde, dass genau das der Geschichte ihre Wahrhaftigkeit verleiht. Die Abenteuer des vorangegangenen Bandes waren fast zu abwechslungsreich und aufregend, um noch realistisch zu sein. Das Leben ist nunmal so, dass sich ereignisreiche Zeiten mit ruhigeren bis hin zu ereignislosen abwechselt und darum gefällt mir diese Entwicklung sehr gut. Jamie und Claire haben all die Irrungen und Wirrungen hinter sich gelassen, den Krieg, die Zeitreise, die politische Verfolgung, das Kapern von Piratenschiffen, Verfolgen einer Hexe, Schiffsbruch, Trennung, Schmerz und Tod.. und bauen sich jetzt, endlich (!!) über 20 Jahre verspätet ein ruhiges solides Heim auf. Mir ist klar, dass dies nicht ewig so bleiben wird, doch ich genieße es, ihnen dabei zuzusehen und es gibt ihnen und mir Zeit, kurz durchzuatmen und anzukommen, bevor das Leben wieder zuschlägt. Lasst euch nicht von meinen Beschreibungen der fast schon anmutenden Langeweile täuschen – es ist lange nicht so, dass in diesem Band nichts passiert! Es passiert einfach mehr auf emotionaler Ebene, menschliche Verfehlungen, Verwechslungen, Wut, Verzeihen und Liebe.. mehr, aber nicht ausschließlich! Natürlich passiert auch hier „das Leben“ und die Erzählung nimmt mit der Zeit wieder mehr an Fahrt auf – ich will nicht zu viel verraten, darum: genießt den Nestbau, solange es geht und lasst euch mitziehen und überraschen.

Fazit 


Stand der letzte Band und dem Banner des Reisens und der Abenteuer, so befasst sich dieser eher mit der Neuorientierung und des - verspäteten - Nestbaus. Lasst euch aber nicht von dieser Beschreibung täuschen, das Leben schlägt trotzdem erbarmungslos zu, wenn auch auf anderer Ebene als zuvor..




Montag, 3. Februar 2020

{Rezension} Outlander 3 - Ferne Ufer

Autorin:  Diana Gabaldon


Inhalt 


20 lange Jahre sind vergangen, in denen Claire nur noch als halber Mensch weiterlebte, nachdem sie Jamie auf dem Schlachtfeld zurücklassen musste, um ihre gemeinsame Tochter zusammen mit Frank in der Sicherheit der Zukunft aufzuziehen. Nach Franks Tod beschließt sie, dass sie endlich Gewissheit braucht, um richtig um Jamie trauern zu können und den Rest ihres Lebens frei weiterleben zu können. Dabei findet sie heraus, dass er Culloden entgegen aller Wahrscheinlichkeit überlebt hat und ihre gesamte Welt gerät aus den Fugen. Getrieben von Glück, Hoffnung, Selbstvorwürfen und Angst stürzt sie sich Hals über Kopf in die Vergangenheit um sich endlich wieder Ganz zu fühlen, zu lieben und geliebt zu werden.. Lebt Jamie tatsächlich noch? Wird sie ihn im großen Chaos des 18. Jahrhunderts finden? Und wenn ja, wird sie nach den 20 Jahren der Trennung überhaupt mit offenen Armen empfangen?

Meine Meinung 


Ich wiederhole mich leider damit, dass ich aufgrund der Serie nach wie vor wusste, in welche Richtung sich die Handlung entwickelt – aber Gott sei Dank ist dies der vorletzte Band, in dem ich das sagen muss. Dadurch fällt es natürlich etwas schwerer die Spannung des Buches zu beurteilen, aber ich versuche einfach, die Spannung, die ich beim Schauen der Serie empfunden habe, mit dem Lesen des Buches zu vermischen. Denn wenn ich die Handlungsentwicklung betrachte, mangelt es auf keinen Fall an Spannung, im Gegenteil! Es gibt eine unerwartete Wendung nach der anderen, sodass einem die Geschehnisse nur so um die Ohren fliegen und man sich fragt „Moment mal, wie bin ich denn jetzt grade hierhin gekommen? War ich nicht eben noch…?“ Ich hingegen habe das meiste bereits erwartet, da sich die Serie erfreulicherweise sehr nah am Buch orientiert hat, und habe durch das Lesen lediglich mehr Details zu den jeweiligen Handlungssträngen und Gefühlswelten der Protagonisten erfahren. Den größten Unterschied habe ich bei den Entwicklungen der jeweiligen Beziehungen festgestellt. In der Serie gingen diese mir viel zu schnell und teilweise unglaubwürdig von statten, im Buch hingegen – dieses Format lässt natürlich viel mehr Spielraum – waren sie solide und nachvollziehbar, was die gesamte Erzählung für mich viel stimmiger machte. Und auch sonst ließ sich dieser Band in meinen Augen wieder viel flüssiger und leichter lesen als sein Vorgänger, da endlich die Zeiten der trockenen Politik und Intrigen des französischen und englischen Adels vorbei sind und stattdessen die Welt des 18. Jahrhunderts, über die Grenzen Europas hinaus, neu entdeckt wird.

Fazit 


So hochemotional der letzte Teil endet, beginnt dieser.. Dabei gibt er dem Begriff der Liebe über alle Zeiten und Jahre hinweg nochmals eine neue und viel tiefere Bedeutung! Voller Szenenwechsel und überraschender Wendungen, ein historisches Abenteuer sondergleichen – absolute Leseempfehlung!




Donnerstag, 14. November 2019

{Rezension} Outlander 2 - Die geliehene Zeit

Autorin:  Diana Gabaldon


Inhalt 


Claire ist angekommen, in dieser neuen, alten Welt und hat ihren Platz darin gefunden, sich dafür entschieden, zu bleiben. Sie und Jamie sind allen Umständen zum Trotz noch zusammen und am Leben.. jetzt ist es Zeit an eine Zukunft in dieser Vergangenheit zu denken, die mehr und mehr zu ihrer Gegenwart wird. Ihr Wissen über Schottlands Zukunft, die Schlacht in Culloden und die darauffolgende Auflösung der Highland-Clans, wie sie sie kennen- und liebengelernt hat, lastet schwer auf ihren Schultern und zwingt sie zu handeln. So machen sie und Jamie sich auf die gefährliche Mission, den Jakobiten-Aufstand bereits an der Quelle zu ersticken, um Schottlands Zukunft zu retten..

Meine Meinung 


Auch diesmal wusste ich wieder in groben Zügen, wohin die Reise geht und ich wusste auch, dass es das schwierigste Buch für mich werden wird. Zum einen war mir klar, wie es endet und das habe ich bis heute nicht verkraftet ;) – aber ich möchte an dieser Stelle nicht spoilern! – und zum anderen wusste ich, dass mir (wie in der Serie) das wilde, romantische, lebendige Schottland fehlen wird und die trockene, steife, verlogene Gesellschaft des französischen Adels meine Leidenschaft, für dieses Werk ein wenig ablöschen wird. Es mag auch sein, dass ich es als nicht spannend empfunden habe, da ich den Ausgang bereits kannte, und das wäre ja der Teil gewesen, der die Spannung in dieser subtilen, eher durch Worte als durch Handlungen geprägten Welt in den aneinandergereihten Abendgesellschaften Frankreichs ausgemacht hätte. Wer mich mittlerweile etwas kennengelernt hat weiß auch, dass ich beim Thema theoretischer Politik nicht gerade aufblühe und dieses Buch ist nun mal einfach voll davon. Aber es gehört, dazu, ich habe mich durchgekämpft und es war auch wichtig, um den gesamten historischen Rahmen auszufüllen, dem geschichtlichen Wissen Claires Rechnung zu tragen – und natürlich, um sich in die dafür vorgesehene Richtung zu entwickeln.

Für mich lebt dieses Buch trotzdem und zwar durch all die Details, die mir das Gefühl geben, selbst in das 18.Jahrhundert eingetaucht zu sein, mit alle dem Für und Wider, Fragen, die ich mir niemals über diese Zeit gestellt habe, werden beantwortet und sorgen dafür, dass ich keinen trockenen Geschichtsroman lese, sondern ein Gefühl für diese Zeit bekomme, die für so viele Menschen irgendwann einmal die Gegenwart war; die meine Gegenwart hätte sein können.. Es ist außerdem interessant, durch diesen Kulissenwechsel aufgezeigt zu bekommen, dass eine Zeit allein, nicht das WIE des Lebens definiert, ganz so wie heute, nein, auch der Ort spielt natürlich eine entscheidende Rolle. In der wilden Natur Schottlands ging es natürlich anders zu, als in den gehobenen Klassen einer Großstadt, würde man die Grenzen nun noch weiter auf andere Kontinente ausdehnen, würde man sehen, dass die Welt schon immer viele kleine Welten in sich trug - mit dem Unterschied, dass es damals vermehrt so war, dass sich jeder nur der kleinen Welt in der er selbst lebte bewusste war und heute diese Grenzen, wenn auch noch vorhanden, zumindest bekannt sind und überschreitbarer werden.

Nicht zuletzt war dieser Band für Claires und Jamies Beziehung und Charakterentwicklung essentiell. Was mit einem zunächst ungewollten und dann leidenschaftlichen körperlich dominierten Chaos begann, entwickelt sich über diese gemeinsame Zeit zu einer handfesten Beziehung, die das Band, das sie verbindet mehrfach zerreißt, wieder neu flicht, verstärkt und sie beide als eine unerschütterliche Einheit daraus hervorgehen lässt. Grundsteine dafür wurden bereits am Ende des ersten Bandes gelegt, aber nun wurde ein Haus damit gebaut. Aus zwei liebestollen Teenagern sind zwei Erwachsene herangereift, die durch tiefe, unerschütterliche und respektvolle Liebe miteinander verbunden sind.

Fazit 


Der Politik-lastige Teil der Outlander-Reihe, auf den ich mich am wenigsten gefreut habe.;) Dennoch war er essentiell für die Entwicklung der Handlung, der Charaktäre und dafür, sich – für Claire wie auch als Leser – im 18. Jahrhundert nicht mehr als Gast zu fühlen, sondern langsam anzukommen..




Mittwoch, 13. November 2019

{Rezension} Outlander 1 - Feuer und Stein

Autorin:  Diana Gabaldon


Inhalt 


Die Engländerin Claire wird aus ihrem Leben, ihrer Ehe, ihrer Gegenwart und Zukunft gerissen – sie ist ungewollt 200 Jahre in die Vergangenheit gereist und sieht sich nun den Lebensumständen der schottischen Highlands im 18. Jahrhundert ausgesetzt. Verzweifelt versucht sie zurückzugelangen, doch dabei werden ihr immer wieder Steine in den Weg gelegt… bis diese alte, neue, fremde Zeit sie immer mehr in sich aufgesogen hat und sie beginnt zu zweifeln.. Möchte sie überhaupt noch zurück..? Wohin gehört sie? Und vor allem, wohin gehört ihr Herz..?

Meine Meinung 


Jetzt habe ich mal etwas gemacht, was ich mir geschworen hatte, dass ich es nie machen würde: eine Serie anschauen, BEVOR ich das Buch, auf dem sie basiert gelesen habe, und wenn es schon so angefangen hat, das Buch dann trotzdem noch zu lesen! Aber ich konnte nicht anders.. Outlander hat mich sofort in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen! Ich weiß, dass ich erst einen Drittel dessen, was es als Buchmaterial gibt, bereits gesehen habe, da die Verfilmung der 10-teiligen Buchreihe noch in vollem Gange ist und ich musste einfach wissen wie es weiter geht und vor allem wollte ich tiefer in diese Welt eintauchen, als man es mit dem Ansehen einer Serie kann. Und ich habe es nicht bereut! Natürlich wusste ich in diesem ersten Teil, Feuer und Stein, exakt was passiert, aber ich habe es geliebt, es nochmal zu durchleben, nur diesmal intensiver, aus der Sicht von Claire geschrieben, ihre für mich neuen, emotionalen Gedankengänge in mich aufnehmend. Es war auch schön zu sehen, dass sich die Serie so genau an das Buch gehalten hat, statt wie so häufig für hollywoodreife Momente und Spannungsbögen zuviel zu verändern. Denn das Buch ist und hat genug, genau so wie es ist, das kann man einfach so stehen lassen. Manche Momente leben von der Ruhe und Langsamkeit, in denen man als Leser auch die Möglichkeit erhält, einzutauchen in diese neue Welt, das ganz andere Tempo der schottischen Highlands im 18. Jahrhundert auf sich wirken zu lassen und sich davon tragen zu lassen. In anderen Momenten vergeht einem fast Hören und Sehen so überschlagen sich die Ereignisse! Aber nicht zuletzt ist es die Intensität der Gefühle, die mich nie losgelassen hat, eine völlige neue Empfindung für Ehre und Pflicht, Hingabe und Liebe.. welche man so aus der heutigen Zeit nicht mehr kennt.. Eine ganz klar Empfehlung! Ob man die Serie zuvor gesehen hat oder nicht, einfach ein MUSS :)

Fazit 


Ein herrliches, gefühls- und bildgewaltiges Meisterwerk, von dem ich mich nur zu gerne die nächste Zeit meines Lebens tragen lassen werde..




Montag, 16. September 2019

{Rezension} Das Rad der Zeit 14 - Das Vermächtnis des Lichts

Autoren:  Robert Jordan & Brandon Sanderson


Inhalt 


Die Letzte Schlacht ist da. Zeit und Raum für Zweifel & Zaudern, Suchen & Finden, Entwicklung & Entfaltung, Planen & Verwerfen sind nicht mehr vorhanden. Jetzt heißt es Handeln, Kämpfen, Hoffen – und Überleben. All die so sorgsam miteinander verwobenen Fäden fügen sich nun zusammen und gemeinsam ziehen all die liebgewonnenen Charaktere daran – an der anderen Seite Das Böse. Wer gewinnt? Kann es bei dem Kampf zwischen Gut & Böse überhaupt einen Gewinner geben? Und wenn ja, gibt es ein Leben danach oder löst sich das Muster vollkommen auf? Hört das Rad der Zeit doch noch auf sich zu drehen..?

Meine Meinung 


Das wars nun, es ist vorbei. Ich weiß gar nicht, wie ich dem Gefühlschaos in mir Ausdruck verleihen soll, ohne zu viel zu verraten. Ich bin traurig, diese Welt verlassen zu müssen, ich möchte, dass es weitergeht, habe noch so viele Fragen. Und doch ist es ein an sich rundes und vor allem würdiges Ende.

Das Ende einer Geschichte - eines Epos dieser Größe - zu verfassen, ist meiner Meinung nach die Königsdisziplin. Es werden niemals alle Leser mit dem Ende, welches der Autor seinem Werk zugedacht hat, zufrieden sein, das braucht man also auch nicht anstreben, denn es ist schlichtweg unmöglich. Aber das Gefühl, dass das Ende an sich stimmig ist, logisch, würdig, dass all die Entwicklungen irgendwo hingeführt haben, dass es einen Sinn (er)gibt, eine Botschaft - und eben nicht nur ein wahlloses Aneinanderreihen verschiedenster Geschichten stattgefunden hat, die ins Nirgendwo führen – ist essenziell! Und das ist Sanderson (entgegen meiner Ängste & Befürchtungen) bravorös gelungen! Danke :)

Mehr bleibt mir dazu nicht mehr zu sagen, eine große Ära geht zu Ende.. Und um euch all die Emotionen, Überraschungseffekte, großen Momente nicht vorzuenthalten und euch euren eigenen individuellen Abschied von diesem Weltepos zuzugestehen, kann ich auf keine einzelnen Charakter- oder Handlungsentwicklungen eingehen.. erlebt es selbst und genießt jeden einzelnen Moment davon, so wie ich es getan habe..

Fazit 


Ein mehr als würdiges, mitreißendes und schockierendes Ende für diesen Weltepos, der mich über eine lange Zeit meines Lebens begleitet hat!




Montag, 12. August 2019

{Rezension} Das Rad der Zeit 13 - Mitternachtstürme

Autoren:  Robert Jordan & Brandon Sanderson


Inhalt 


Ein weiterer Schritt in Richtung Vereinigung der Länder dieser Welt ist getan – Egwene ist nach all den Strapazen die rechtmäßige Amyrlin. So hat sie nun die Weiße Burg endlich wieder vereint und hinter sich, um an Rands Seite in die Große Schlacht zu ziehen. Doch obwohl Rand sich nach einem steinigen Weg endlich selbst gefunden zu haben scheint und ein Hoffnungsschimmer durch die Wolken bricht, können sich die Kindheitsfreunde Egwene und Rand als Amyrlin und Wiedergeborener Drache noch nicht auf einen gemeinsamen Pfad einigen. Auch Perrin hat seine Zerrissenheit hinter sich gelassen und Frieden mit dem Wolf in sich geschlossen, sein Kampf für Rand findet nun vorerst im Wolfstraum statt. Die Blasen des Bösen mehren sich, Tamon Gai’don ist bereits spürbar. Die Zeit verrinnt und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, sind aber noch lange nicht abgeschlossen – aber kann man überhaupt jemals bereits sein für das Ende aller Dinge?

Meine Meinung 


Das rasante Tempo, das seit dem eher dahinplätschernden Mittelteil aufgenommen wurde, wird nach wie vor beibehalten, es gibt keine Pausen, keine Umwege, kein Durchatmen! Ich rase unaufhaltsam auf den Abgrund zu und so sehr ich auch die Richtung ändern möchte, gewisse Dinge lieber nochmal abwägen, die Augen verschließen, es ist mir nicht möglich! Das, von dem man glaubte es sei noch ewig entfernt, steht nun direkt bevor und die Tage auf der Welt, wie wir sie kennen- und liebengelernt haben, sind gezählt. Wie auch immer dieses Ende ausgehen und aussehen wird, es wird niemals so bleiben wie zuvor. Es werden Opfer gebracht, es werden Herzen gebrochen, Tränen vergossen und vielleicht, nur vielleicht wird es irgendwann auch wieder den Beginn eines Lächelns geben. „Reißt euch zusammen!“ möchte ich den Protagonisten zurufen, die sich nach wie vor in den falschen Momenten von ihrem Stolz blenden lassen, von kleinen Steinen ins Stolpern kommen und dabei den Abgrund manchmal aus den Augen verlieren, sich von ihren Emotionen hinfortreißen lassen.. aber was erwarte ich, von ihnen? Sie sind immer noch Mensch, auch wenn sie ein kleines bisschen Macht gekostet haben und gelernt haben, sie zu lenken, sie blicken in das Auge des allen verschlingenden Schattens und stellen sich ihm, mit allem was sie haben, so gut wie sie können, ist da nicht ein klein wenig emotionale Achterbahnfahrt erlaubt? Aber auch ich bin nur Mensch und muss meiner Nervosität Luft machen ;) Tief durchatmen und auf geht’s in die Letzte, die Größte, die Dunkelste aller Schlachten..

Fazit 


Ich blicke in das alles verschlingende Nichts und möchte mich verkriechen, meine Augen davor verschließen doch es ist ein Ding der Unmöglichkeit. Tamon Gai’don ist da. Jetzt und Hier.




{Rezension} Das Rad der Zeit 12 - Sturm der Finsternis

Autoren:  Robert Jordan & Brandon Sanderson


Inhalt 


Der Kampf an den vereinzelten Fronten zeigt nach und nach erste Erfolge. Elayne hat den Sonnenthron bestiegen und versucht nun, dem geläuterten Andor wieder zu altem Glanz zu verhelfen, um zu Tarmon Gai‘don stark an Rands Seite stehen zu können. Perrin konnte Faile endlich aus den Fängen der Shaido befreien und ist nun ebenfalls bereit, seinem Ruf als Ta’veren zu folgen. Mat hat die ihm im Turm von Ghenjei offenbarte Prophezeiung, er würde die Tochter der Neun Monde heiraten, erfüllt, hadert jedoch zunächst mit seiner neuen Stellung als Prinz der Raben der Seanchaner. An anderen Fronten hingegen läuft es eher schleppend. Rand verschließt sich mehr und mehr dem Kern seines Wesens, um sich für den bevorstehenden Tod am Shayol Ghul zu rüsten, und stößt dabei alle, die an seiner Seite stehen immer weiter von sich. Egwene ist nach wie vor eine Gefangene der Weißen Burg, die kurz davor steht, auseinander zu brechen. Die Völker der Welt sind noch weit davon entfernt, in dem so nötigen Drachenfrieden vereint zu werden, und die Chance, sich dem Dunklen König erfolgreich widersetzen zu können, wird verschwindend gering.

Meine Meinung 


Dies ist der erste Band, der nach Robert Jordans Tod geschrieben wurde. Mit Hilfe seiner eigenen Aufzeichnungen, mündlichen Überlieferungen an seine Frau und letztendlich gemeinschaftlich auf Papier gebracht, mit dem noch zu Lebzeiten ausgewählten Autor Brandon Sanderson. Man hätte meinen können, dass dies dem Schreibstil, dem Fluss der Geschehnisse, dem Gefühl für die alleinig Jordans Phantasie entsprungener Welt einen Abbruch tut, aber das ist zu meiner Erleichterung absolut nicht der Fall! Im Gegenteil, man spürt, wie tief Sanderson in Jordans Welt eingetaucht ist, mit wieviel Liebe und Respekt er an dieses Mammutsprojekt herangetreten ist, das Lebenswerk eines solch großartigen Künstlers zu vollenden. An der ein oder anderen Stelle bemerkt man - wenn man genau achtgibt - etwas Neues, etwas Anderes, aber es ist erfrischend und ganz und gar nicht störend. So zum Beispiel erhält der Charakter Mats einen noch weiter herausgearbeiteten, geistvollen Humor, welcher mich an einigen Stellen schmunzeln lässt. Im Großen und Ganzen, sind die mir liebgewonnenen Charaktere ganz die Alten geblieben – ausgenommen die im Laufe der Zeit schon immer stattgefundenen und normalen Entwicklungen – man spürt, wie gut auch Sanderson jeden Einzelnen kennen- und liebengelernt hat und die subtile Art, in der er Jordans Phantasie mit seiner eigenen verflicht ist meisterhaft. Unabhängig von diesen durch den Autorenwechsel hervorgerufenen Besonderheiten bleibt auch die Handlung an sich unübertroffen! Atemlose Spannung, emotionale Ergriffenheit zwischen lachen, weinen und staunen, ungeduldiges Warten auf das große Finale! Wird es das Ende der Welt und des Musters sein? Wenn ja, was dann ? Wenn nein, wer überlebt, wer stirbt? Welche unvorhergesehenen Wenden kommen noch auf mich zu?

Fazit 


Das Prickeln entwickelt sich langsam zu einem Beben und ich kann nicht mehr warten, nicht mehr klar denken! Ich möchte endlich wissen, ob ich am Abgrund des Endes der Welt stehe oder ob dieser überbrückt werden kann. Aber andererseits möchte ich auch noch nicht, dass es aufhört, denn egal wie es ausgeht… was dann?