Dienstag, 7. November 2017

{Rezension} Breathe - Gefangen unter Glas

Autorin:  Sarah Crossan


Inhalt 


Nach dem Absterben der Bäume sank der Sauerstoffgehalt auf der Erde auf ein tödliches Minimum und die wenigen Überlebenden retteten sich unter Kuppeln, in die sie künstlich erzeugten Sauerstoff einspeisen. Als Bea mit ihrem besten Freund Quinn mitsamt Atemgeräten zu einem kurzen Campingtrip ins Ödland aufbricht, ahnt sie noch nicht, dass sich ihre Welt von Grund auf ändern wird.. Sie hat die Freiheit geschmeckt und ist nicht bereit, diese wieder aufzugeben. Gemeinsam kämpfen sie für Wahrheit, Freiheit und für das Recht jedes Menschen, zu atmen..

Meine Meinung 


Der Gedanke an eine sauerstoffarme/-leere Welt ist so erschreckend wie scheinbar greifbar nah. Wir Menschen sind darauf angewiesen, zu atmen.. Was, wenn und dieses scheinbar selbstverständliche Recht genommen wird? Was, wenn wir selbst es verursacht haben? Ein Atemzug, der brennt wie Feuer und unser einziger Ausweg ist künstlich erzeugter Sauerstoff – „Gefangen unter Glas“.. Ein wunderschöner und sehr passender Titel! Doch was würden wir tun, wenn es eine Möglichkeit gäbe aus diesem Gefängnis aufzubrechen? Das Rascheln der Blätter zu hören, den kühlen Wind auf unserer Haut zu spüren – und nicht zuletzt: frische Luft zu atmen.. Kämpfen, wie Bea und Quinn oder wegsehen, wie so viele andere? Ein sehr bewegendes, zeitnahes und gesellschaftskritisches Thema, verpackt in eine leicht zu lesende und kurzweilige Erzählung. Obwohl mich die Handlung zunächst gepackt hat, verflüchtigte sich meine Faszination, sobald die Wirkung, die das brisante Thema an sich auf mich hatte, nachließ. Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich überhaupt eine Rezension dazu verfassen und den zweiten Band lesen soll, habe mich jetzt aber doch dafür entschieden. Zum Einen wurde ich jetzt doch schon häufiger von Folgebänden überrascht und möchte mir diese Möglichkeit nicht entgehen lassen und zum Anderen finde ich, dass es Crossans Werk verdient hat, nicht einfach übergangen zu werden.


Fazit 


Ein faszinierender Leitgedanke, hübsch verpackt, garantiert schöne Lesestunden, hallt jedoch weit weniger als erwartet nach..


Montag, 18. September 2017

{Rezension} These Broken Stars - Sofia & Gideon

Autorinnen:  Amie Kaufman & Megan Spooner


Inhalt 


Nachdem Sofia vom Planeten Avon geflüchtet und auf Corinth untergetaucht ist, gibt es für sie nur noch ein Ziel: Roderick LaRoux muss für das, was er ihrem Vater angetan hat, sterben. Mit diesem Ziel vor Augen kreuzt sich ihr Weg mit dem Gideons, der ebenfalls das LaRoux-Imperium stürzen will und sie beginnt mehr oder weniger freiwillig mit ihm zusammenzuarbeiten. Doch kann sie nach all dem, was das Leben mit ihr gemacht hat, überhaupt noch vertrauen? Kann die Liebe einen Weg durch die undurchdringliche Dunkelheit ihrer Ängste finden und sie und die Menschheit retten?

Meine Meinung 


Und wieder ein neuer Planet, zwei neue Protagonisten. Doch diesmal ist von Anfang an klar, dass man eine der beiden bereits vom Planeten Avon kennt – wenn auch nur oberflächlich - und so ist die Verbindung zum vorherigen Band viel einfacher geknüpft als beim letzten Mal. Sofia hatte ich schon beim zweiten Band bereits ins Herz geschlossen und da Gideon bei ihr von Anfang an trotz antrainiertem Misstrauen ein gewisses Wohlbehagen hervorruft, fällt es mir leicht auch mit ihm direkt zu sympathisieren. Zur Musik ihrer Gefühle führen sie einen Tanz umeinander auf, der nie zuviel Nähe, aber auch keinen allzu großen Abstand zulässt.. Macht einer endlich einmal einen Schritt nach vorne, so geht der andere zurück. Würden nicht LaRoux’s Pläne, die Galaxie unter seine Kontrolle zu bringen, alles aus dem Gleichgewicht bringen, würden sie wohl noch ewig tanzen.. Und langsam aber sicher sieht man, wie alle Fäden der vermeintlichen Einzelschicksale zu einem Strang zusammenführen. Lilac & Tarver, Jubilee & Flynn, Sofia & Gideon.. und nicht zuletzt die aus purer Energie bestehenden Wesen aus dem Hyperspace, die Stimmen, die durch den von Roderick geöffneten Spalt so lange gefangen halten wurden. Ist es die Menschheit wert, zu überleben..?


Fazit 


Feingeistig entführt einen dieser brillante Abschluss staunend in die Unendlichkeit.. nur um darin letztendlich zu sich selbst zu finden ..


Samstag, 26. August 2017

{Rezension} These Broken Stars - Jubilee & Flynn

Autorinnen:  Amie Kaufman & Megan Spooner


Inhalt 


Die Soldatin Jubilee und der Rebell Flynn kämpfen auf unterschiedlichen Seiten auf dem Planeten Avon ums Überleben. Obwohl dessen Terraformierung schon vor langer Zeit begann scheint er über das primitive Anfangsstadium nicht hinauszukommen. Ist er einfach nicht überlebensfähig oder ist diese Verzögerung forciert? Als Flynn Jubilee in seiner Not entführt beginnt eine Hass-Liebe, die alles verändert, und der sie verzweifelt zu entfliehen versuchen, während der Planet um sie herum immer tiefer in den Strudel des Wahnsinns hineingesogen wird.

Meine Meinung 


Nach dem ersten Band war ich emotional so eng verbunden mit Lilac und Tarver, dass ich mich zu Anfang nur schwer lösen konnte um mich auf Jubilee und Flynn einzulassen. Ich wollte wissen, was außerhalb Avons in der Galaxie vor sich geht, wie es Lilac & Tarver ergeht, wie diese kleinen Entwicklungen auf diesem unbedeutenden Planeten im Verhältnis zum großen Ganzen stehen.. Ungeduldig habe ich die Entwicklungen auf Avon verfolgt, mich versucht für Jubilee und Flynn zu öffnen.. es gelang mir aber lange nur halbherzig, da ein Teil von mir immer versucht hat, die Verbindung zum ersten Band herzustellen und ich mich auf diesem dunklen, versumpften, öden Planeten irgendwie eingesperrt und allein gelassen gefühlt habe. Dies ist natürlich genau das, was Avon ausmacht und was Kaufman & Spooner vermitteln wollen und das ist ihnen bravourös gelungen! Die Bewohner Avons wissen ebenso wenig wie ich, was im Rest der Galaxie vor sich geht, sie sind allein, eingesperrt, versumpfen in der Hoffnungslosigkeit des immerdunklen Planeten, der noch niemals die Sterne erblickt hat. Ich muss zugeben, dass mich diese Tristesse und Düsterheit manchmal zu sehr runtergezogen hat, die Eintönigkeit des Seins im ewigen Dämmerlicht so ermüdet hat, dass ich den Band nicht in einem durch lesen konnte, sondern mir lange Pausen gegönnt habe um zwischendurch wieder frische Luft und Sonnenlicht aufsaugen zu können.. Die Beziehung zwischen Jubilee und Flynn war ganz einzigartiger, ungewohnter Natur, die aber gerade dadurch tief getroffen und etwas in mir bewegt hat, von dem ich gar nicht wusste, dass es da war.. Das Ende des Buches schien wie ein Sonnenstrahl durch immerwährende Wolkendecke und ließ einen Blick auf das große Ganze zu, wenn auch noch die alles entscheidenden Puzzleteile fehlen – darum kann ich es nun kaum erwarten, diese im finalen Band der spektakulären Reihe zu finden..


Fazit 


Düsterer und hoffnungsloser als sein Vorgänger, ganz anders und doch irgendwie gleich, besticht dieser Band ebenfalls durch eine Tiefe, die zutiefst bewegt..


Samstag, 5. August 2017

{Rezension} These Broken Stars - Lilac & Tarver

Autorinnen:  Amie Kaufman & Megan Spooner


Inhalt 


Die Icarus ist das modernste und sicherste Hyperspace-Raumschiff seiner Zeit. Zusammen mit 50.000 anderen Passagieren befinden sich auch Lilac LaRoux, die Tochter seines Erfinders und einflussreichster Mann der Galaxie, und Tarver Merendsen ein Soldat aus einfachen Verhältnissen, an Bord. Doch dann geschieht das Unmögliche und die Icarus wird unverhofft aus dem Hyperspace gerissen, dabei geraten Lilac und Tarver in eine gemeinsame Rettungskapsel, mit der sie es nur knapp schaffen, sich vom Raumschiff zu lösen, bevor dieses zu schlingern beginnt. Gestrandet auf einem fremden Planeten, allein und ohne die Möglichkeit um Hilfe zu rufen kämpfen sie sich voran, in der Hoffnung auf die Absturzstelle der Icarus zu treffen, um dort gerettet zu werden. Obwohl der Planet terraformiert zu sein scheint, begegnen ihnen keine Kolonien, kein anderes Leben.. Doch irgendwann merken sie, dass sie nicht allein sind .. oder sind sie bereits dabei wahnsinnig zu werden?

Meine Meinung 


Lange habe ich gewartet, bis ich dieses wunderschöne Buch endlich angefangen habe – nämlich bis der letzte Teil erschienen ist und ich alles auf einmal lesen kann  Und die Warterei hat sich gelohnt! Das Buch ist mindestens so wundervoll wie es das Cover verspricht! Ich konnte mich gar nicht davon losreißen.. Der Absturz, der Überlebenskampf, die komplizierte Beziehung zwischen den Protagonisten.. so einfühlsam und bildhaft mit Worten gemalt, dass ich nach wie vor nicht bereit bin, daraus aufzutauchen. Ich spüre ihren Schmerz, ihre Liebe, jede Stelle ihrer Körper, die Erschöpfung, die Angst, den Wahnsinn. Ich möchte den Planeten erforschen, möchte für ihre Liebe kämpfen, bange um ihr Überleben. Und am Ende bleibt die Frage: Was hat das alles für den Rest der Galaxie zu bedeuten? Was wird noch geschehen?


Fazit 


Ergreifend und wunderschön, beängstigend und grausam. Ein Buch wie ein Gemälde, gemalt mit Worten, die mitten ins Herz treffen..


Donnerstag, 27. Juli 2017

{Rezension} Bezwungen

Autorin:  Teri Terry


Inhalt 


Kyla, Rain, Lucy.. wer auch immer sie ist, sie ist frei! Sie ist den Lordern und den Terroristen entkommen, kein Levo mehr, keine Möglichkeit, geortet zu werden, niemand ahnt, dass sie lebt. Zeit, sich mit Hilfe der MIA auf die Spuren ihrer Vergangenheit zu begeben, um endlich zu sich selbst zu finden. Irgendwas scheint nach wie vor nicht zusammenzupassen und sie bleibt misstrauisch und wachsam. Gerade, als sich der Schleier endlich zu lüften beginnt und sie glaubt, loslassen und endlich glücklich sein zu können schlägt alles über ihr zusammen..

Meine Meinung 


Ein grandioses Finale einer Reihe, die mich um meine letzten Nächte Schlaf gebracht hat! Je näher ich dem Ende kam, desto greifbarer wurde die Wahrheit – doch immer wieder entglitt sie mir.. Ich habe mich in meinen Vermutungen, Ahnungen und gesunden Halbwahrheiten verstrickt, bis das Kartenhaus in sich zusammenstürzte und mich inmitten des Chaos zurückließ. Wer ist gut, wer ist böse, wer ist überhaupt wer und wer bin ich? Und existiert die einzig wahre Liebe, an die ich mich wie einen Rettungsanker klammere, nur in meinem Kopf? Ein gutes und vor allem auch glaubhaftes Ende für solch ein phantastisches Werk zu verfassen ist nicht einfach – doch Terry hat es vollbracht! Es ist teilweise schmerzhaft, weil man immer wieder loslassen muss, aber das macht es authentischer, als es all der Kitsch, mit dem Jugend-Dystopien auch gerne mal enden, es je könnten.


Fazit 


Ein großartiges Ende, welches tief in meinem Inneren nachhallt und noch lange nicht verklingen wird..


Mittwoch, 26. Juli 2017

{Rezension} Zersplittert

Autorin:  Teri Terry


Inhalt 


Nach und nach beginnt Kyla zu akzeptieren, dass Bruchstücke ihrer Erinnerungen zurückzukommen scheinen. Doch sie passen einfach nicht zusammen! Statt ihr Antworten zu geben werfen sie nur noch mehr Fragen auf und nachdem Ben verschwunden ist, und nur Kyla weiß, was wirklich geschehen ist, fühlt sie sich in ihrem Schmerz und ihrer Verwirrung einsamer als je zuvor. Plötzlich tauchen Menschen aus ihrem früheren Leben auf und eine längst verloren geglaubte Person findet aus den Tiefen ihrer Seele zurück an die Oberfläche. Doch ist das wirklich sie? Je mehr sich das Bild zusammensetzt desto unstimmiger wird es und ehe sich Kyla versieht ist sie gefangen zwischen Vergangenheit und Gegenwart und kämpft immer verzweifelter um ihre wahre Identität..

Meine Meinung 


Diese packende Fortsetzung steht ihrem Vorgänger in nichts nach! Nahtlos knüpft sie ans Geschehen an und so fällt es leicht, sofort darin zu versinken. Stück für Stück nehmen Kylas Träume mehr Form an und auch ihre Persönlichkeit scheint sich herauszukristallisieren.. Doch gerade, als man das Gefühl hat, sich ein Bild davon gemacht zu haben, wer und wie sie ist, drängt ein völlig anderer Charakter an die Oberfläche und wirft alles von neuem über den Haufen. Genauso ergeht es dem Leser auch mit den Personen in Kylas näherem Umfeld. Wem kann man noch trauen, wenn man sich selbst kaum traut? Sobald man sich eine Meinung über Jemanden gebildet hat, kann man diese wieder verwerfen und schlägt verzweifelt den nächsten – diesmal hoffentlich richtigen – Pfad ein. Diese sukzessiven Erkenntnisse und immer wieder falschen Wahrheiten zermürben, was zwar wahnsinnig macht, aber authentisch ist, da es Kylas Inneres widerspiegelt. Zum Ende hin ist die emotionale Zerrissenheit so greifbar, dass es kaum auszuhalten ist und die ein oder andere Träne unterdrückt werden muss.


Fazit 


Das Wechselbad der Gefühle geht in die nächste Runde und hält einen bis zur letzten Silbe gefangen.. Auch diesmal wieder ganz klare 5 von 5 Federn!


Dienstag, 25. Juli 2017

{Rezension} Gelöscht

Autorin:  Teri Terry


Inhalt 


Kyla ist 16, doch das Leben, an das sie sich erinnert, reicht nur 9 Monate zurück – denn sie wurde geslated. Alle jungen Menschen die schwere Fehler begangen haben, bekommen mit diesem Löschen der Erinnerungen eine Chance auf ein neues Leben. Eine neue Identität, eine neue Familie und dank der Kontrolle via des Levo-Armbands, welches mit einem Chip in ihrem Gehirn verbunden ist, wird verhindert, dass sie wieder gewalttätig werden kann. Eigentlich müsste Kyla dank dieser Vorkehrungen ein unbeschriebenes Blatt Papier und - wie die anderen Slater - glücklich und unbedarft wie ein kleines Kind sein. Doch sie ist anders. Sie hat Albträume, sie weiß Dinge, die sie nicht wissen kann, sie kann Dinge, die sie niemals erlernt hat.. was stimmt nicht mit ihr? Und wem kann sie trauen, wenn sie sich nicht erinnern kann?

Meine Meinung 


Das Verlieren der eigenen Identität ist ein schreckliches und spannendes Thema zugleich! Ich konnte kaum durchatmen und schon hatte ich das Buch verschlungen und den zweiten Teil bereits in der Hand! Und jetzt stehe ich bereits in den Starlöchern zum großen Finale und habe mich mit Mühe dazu durchgerungen eine Pause einzulegen, um die Rezensionen nachzuholen.. Von Anfang an war ich Kyla, durch und durch. Ich habe mit ihr gestaunt, gelitten, misstraut, vertraut, geliebt, gehasst – und am Ende doch wieder alles über den Haufen geworfen, weil ich etwas neues erfahren habe.. eine Achterbahn der Gefühle beginnt, mit dem Misstrauen gegenüber allem, auch mir selbst, im Nacken. Unglaublich spannend, erschreckend und aufwühlend, ich möchte schneller lesen, als meine Augen die Buchstaben erfassen können! Je länger es andauert, desto verrückter werde ich dabei, nicht zu wissen wer ich bin.. jede Erkenntnis, die ich dazugewinne kann jeden Moment wieder ins Gegenteil verkehrt werden.


Fazit 


Ich bin gefangen in einer identitätslosen Protagonisten, Misstrauen im Nacken, und jede Erkenntnis, die ich dazugewinne, lässt mich noch mehr im Regen stehen.. Meisterhaft!